Am 24. April 2026 fand die siebte Schulung der Naturschutzberatungsausbildung im Kloster Stift zum Heiligengrabe statt. Frank Gottwald und Johannes Hofstätter referierten über unterschiedliche Möglichkeiten des Artenschutzes, der in verschiedenen Biotopen und Landschaftsstrukturen möglich wird. Die angehenden Naturschutzberater*innen wurden über Förderinstrumente zum Artenschutz und die notwendigen Maßnahmen informiert, die mit den beratenen Landwirtschaftsbetrieben abgestimmt werden müssen.
Am Beispiel des Schutzes der Braunkehlchen, das auf der roten Liste in Brandenburg steht, wird klar, wie komplex, aber auch effektiv, die zu integrierenden Maßnahmen in landwirtschaftliche Grünlandnutzung sein können. Braunkehlchen Jungvögel sind erst im Verlauf des Julis flügge, weshalb nur eine späte Mahd in Frage kommt, was mit dem Futtermanagement zu vereinbaren ist. Alternativ ist es möglich Grünlandstreifen stehen zu lassen, von denen bekannt ist, dass in ihnen eine erhöhte Brutwahrscheinlichkeit besteht. Beispielsweise nisten Braunkehlchen gerne in linearen Begleitstrukturen am Schlagrand, wie Säumen und Grabenböschungen. Hier ist die Zusammenarbeit mit einem weiteren Akteur – dem Wasser- und Bodenverband – wesentlich, der sich um die Pflege der Wassergräben kümmert. Das Stehenlassen dieser Habitate und andere Schutzmaßnahmen verdoppeln die Wahrscheinlichkeit des Bruterfolgs.
Nicht nur für das Braunkehlchen ist das Stehenlassen eines breiten Grabensaums wertvoll, auch viele Insektenarten profitieren von einer höheren Biodiversität der Grünlandpflanzen am Rande der Gräben. Weitere Maßnahmen wie die Ansaat von Blühstreifen erhöhen das Futterangebot und lassen sich als Biodiversitätsmaßnahme fördern.
Im Anschluss an die sehr informativen Vorträge besichtigten die Teilnehmenden einen Wassergraben, der leider keine guten Nist- und Laichbedingungen bot, denn natürlich sind auch Amphibien auf eine schonende Nutzung angewiesen. An anderer Stelle konnten Braunkehlchen gesichtet werden, die besonders gerne auf den Zaunpfählen am Schlagrand sitzen. Außerdem wurde ein Sandlaufkäfer-Pärchen gefunden, das offene Sandflächen als Habitat benötigt.



