VA-Bericht | Naturschutzcheck der NSB

Veranstaltungsbericht Netzwerk Naturschutzberatung

Die letzte zweitägige, und insgesamt vorletzte Schulung der diesjährigen Naturschutz-beratungsausbildung stand ganz im Zeichen des sogenannten Naturschutzchecks, also der praktischen Anwendung des bisher Erlernten auf unseren drei landwirtschaftlichen Kooperationsbetrieben in der Region. Die Auszubildenden verteilten sich auf die Betriebe von Frank Fege aus Blumenthal, Lisa Lemke aus Ackerfelde bei Wittstock und Lucas Meyerink aus Dossow. Alle Betriebe unterscheiden sich in ihren Schwerpunkten, ihrer Herangehensweise und damit auch in ihren Erwartungen an eine Naturschutzberatung. Bei der Auswahl der Betriebe war es uns wichtig, diese Bandbreite abzubilden und die unterschiedlichen Anforderungen sichtbar zu machen, mit denen die zukünftigen Naturschutzberater*innen umgehen werden.

Frank Feges kleiner Öko-Betrieb hat sich u.a. darauf spezialisiert neue Ackerkulturen wie Lavendel, Thymian, Salbei uvm. anzubauen, um resiliente Alternativen zu den üblichen Kulturarten der Region zu etablieren, die durch die klimatischen Veränderungen immer weiter unter Druck geraten. In das bereits sehr diverse landwirtschaftliche Konglomerat aus einem selbst angelegten Agroforstsystem, Grünlandbeweidung und Leguminosenanbau werden nun Naturschutzmaßnahmen entwickelt, die in dieses komplexe System passen und en grundsätzlich ökologischen Ansatz weiter ergänzen. Ganz andere Möglichkeiten und Herausforderungen bietet der 2500 Hektar große konventionell geführte Betrieb von Lucas Meyerink. Hier ist die Aufgabe bei der schier unendlichen Zahl an möglichen Empfehlungen einen realistischen Maßnahmenkatalog zu entwickeln, der in die Betriebsabläufe integrierbar ist und nicht zu einem potentiell ausufernden und damit frustrierenden Mehraufwand führt. Klar ist, dass Naturschutzmaßnahmen zusätzliche Arbeit für die Betriebe bedeuten, die teil- und zeitweise schon an ihren Kapazitätsgrenzen arbeiten. Es ist deshalb unfassbar wichtig die richtigen Maßnahmen für den richtigen Betrieb zu finden, durch die finanzielle, aber auch ökologische Vorteile entstehen und dem Betrieb zugutekommen. Auf dem sehr divers aufgestellten Bio-Betrieb von Lisa Lemke, die u.a. eine Direktvermarktung von Gemüse über Abokisten anbietet steht eine weitere Diversifizierung der Anbauflächen im Vordergrund der Beratung. Denn Naturschutz und Produktivität müssen sich nicht im Wege stehen, und falls dem so ist, müssen die Berater*innen Wege finden, den Produktivitätsverlust durch bestimmte Förderprogramme auszugleichen.

Mit den Informationen, die über die beiden Tage auf und mit den Betrieben gesammelt wurden, werden jetzt die Naturschutzfachplanungen erstellt, die den Betrieben bei der Abschlussveranstaltung am 1.10.2026 im Kloster Stift zum Heiligengrabe vorgestellt werden!

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