VA-Bericht | Moorschutz im Rhinluch

Veranstaltungsbericht Netzwerk Naturschutzberatung

Am 29.5. besuchten die Teilnehmenden der Naturschutzberaterausbildung das Rhinluch, um am praktischen Beispiel zu lernen, wie Moorschutz in die Landwirtschaft integriert werden kann. Zunächst trafen sich alle in den Seminarräumen des wunderschönen Linumer Landhofs gleich neben der Storchenschmiede und hörten Fachvorträge der Praktikerin Juliane Petri vom Moorhofer Grünlandhof, und Dr. Lukas Landgraf und Anje Marten vom LfU zur aktuellen Forschung und Förderlage in Brandenburg. Viele Faktoren wie Entwässerungen und fehlende Niederschläge führen derzeit dazu, dass Moorböden in der Region leiden und damit ihre wichtige Funktion als Kohlenstoffspeicher nicht erfüllen können. Dr. Lukas Landgraf insistierte, dass die Klimaziele in Brandenburg ohne Moorschutz nicht umzusetzen seien, weshalb er für eine schonende Wassernutzung in den betroffenen Gebieten warb. Durch passende Maßnahmen des Wasserrückhalts in der Landschaft könnten sogar die perspektivisch fehlenden Niederschläge aufgefangen werden – Moore würden durch den Klimawandel nicht automatisch verschwinden, sondern wären im Gegenteil Teil der Lösung, um dem Wassermangel entgegenzuwirken. Im Anschluss stellte Anje Marten die Pilotvorhaben des BluMo-Projekts des Landes Brandenburg vor. Juliane Petri ergänzte die Ausführungen mit einem Praxisbericht über ihren Landwirtschaftsbetrieb, der sich mit extensiver Grünlandbewirtschaftung im Rhinluch einen Pioniernamen gemacht hat. Auf dem Betrieb könne man sehen, wie schnell der Moorböden zurückgehe, und wie lange der Bodenaufbau wieder benötige, was aber kein Grund wäre aufzugeben. Der Schlüssel zum Erfolg wäre ein überbetriebliches Umdenken.

Und auch an dieser Stelle wird im Rhinluch Pionierarbeit geleistet. Durch die Rhinbogen-Kooperative, einem Zusammenschluss mehrerer Landwirte, können Naturschutzmaßnahmen effektiv und flächendeckender koordiniert werden. Dafür ist Jana Albrecht vom Landschaftsförderverein Oberes Rhinluch e.V. verantwortlich, die die Gruppe mit auf die Grünlandflächen nahm, um ein Gefühl für das Moorgebiet und seine Besonderheiten zu vermitteln. Bei kurzzeitiger fast subtropischer Wetterlage lief die Gruppe über artenreiches Grünland zu einem neu angelegten Teich, aus dem heraus Frösche die Gruppe beobachteten.

Links:

https://lfu.brandenburg.de/lfu/de/aufgaben/boden/moorschutz/moorschutzprojekte/blumo/#

https://oberes-rhinluch.de/projekte-themen/moorschutz-kooperative

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