VA-Bericht | Grünland-Kennarten und Segetalartenschutz

Veranstaltungsbericht Netzwerk Naturschutzberatung

Die zweitägige Schulung zum Thema Grünland-Kennarten und Segetalartenschutz fand am 16./17. Juni im Kloster Stift zum Heiligengrabe statt. Zwei volle Tage mit interessanten Vorträgen, Exkursionen und einer abendlichen Expedition auf dem Klostergelände sollten die Teilnehmenden unserer Naturschutzberaterausbildung mit zwei Themenkomplexen vertraut machen, die für den Erhalt der Artenvielfalt auf landwirtschaftlichen Flächen besonders entscheidend sind.

Der erste Tag widmete sich vollends dem Thema Artenvielfalt auf Grünland. Es wurden gängige Monitoring- und Kartierungsmethoden zur Bestandsaufnahme der Grünlandflächen vorgestellt, die die Grundlage einer Naturschutzberatung bilden. Auf Grundlage dieser Ergebnisse würde man entscheiden, welche Maßnahmen Landwirt*innen einleiten können, um die Artenvielfalt auf Ihren Flächen zu erhöhen, betonten Frank Gottwald und Konrad Röder in ihren Vorträgen. Dazu gehören neben gängigen Extensivierungsmaßnahmen (schonende Mahd, keine Düngung) auch Mahdgutübertragungsverfahren, die das vorhandene Saatgut biodiverser Flächen auf artenarme Flächen impfen können. Anschließend ging es auf die Grünlandflächen eines kooperierenden Betriebs, um das Kennartenprogramm der Öko-Regelung 5 praktisch zu erproben.

Am zweiten Tag stellten Chris Menne und Arne Bilau Möglichkeiten zum Segetalartenschutz vor. Zwei Drittel der landwirtschaftlich genutzten Flächen sind Ackerflächen, die durch Pestizideinsatz zumeist relativ artenarm sind und wenig Futterangebot für Insekten bieten. Dadurch seien sie besonders interessant für den Naturschutz, weil sie theoretisch ein hohes, flächendeckendes Verbesserungspotential böten, wie Arne Bilau herausstellte. Zwar verschwinden immer mehr seltene und wichtige Ackerwildkräuterarten wie der Lämmersalat oder die Kornrade aus der Landschaft, doch auf unserer Exkursion in Blumenthal konnten wir noch ein paar Exemplare finden und am praktischen Beispiel erkunden, welche realistischen Schutzmaßnahmen man gemeinsam mit den Landwirt*innen realisieren kann.

Am Abend konnten die Teilnehmenden, die vor Ort übernachteten, eine Fledermaustour mit dem Experten Andreas Hagenguth machen, bei der drei verschiedene Fledermausortenerkannt wurden, und einem lauten Amphibienkonzert in den lokalen Teichen lauschen. Der Lehrgang neigt sich langsam aber sicher dem Ende zu, die Gruppe wächst weiter zusammen und wird bei der nächsten Schulung anfangen, mit dem erlernten Wissen konkrete Naturschutzkonzepte für die Kooperationsbetriebe unseres Projekts zu erstellen!

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